FRACKING

Die Bohrmethode zur Erschließung von unkonventionellen Ressourcen wie Gas, Öl und Wasser gerät zunehmend mehr in heftige Kritik.

Ute Lamla, Landtagskandidatin, zu Ergebnissen der Exxon-Expertenrunde in Osnabrück heute:

„Kein Freibrief für Fracking – Neue Dimension der Risiken aufgezeigt”

Ute Lamla
Ute Lamla

Die Grünen in Neustadt sehen sich durch die heute (Mittwoch) vorgestellten Ergebnisse des Expertenkreises von ExxonMobil, Professoren unterschiedlichster Fachgebiete, zur unkonventionellen Erdgasförderung in ihrer Ablehnung der Fracking-Technologie bestätigt. "Statt eines Freibriefs haben die Experten die neue Dimension der Risiken aufgezeigt", teilt die Landtagskandidatin der Grünen, Ute Lamla, mit. Es sei deutlich geworden, dass industrielle Gasförderkomplexe neben der Gefahr für das Trinkwasser ganze Landschaften verändern und durch eine Vielzahl von Fördereinrichtungen zu industrieller Zersiedelung führen würden.

Die Energiebilanz und die Verschmutzung der Luft wurden nicht untersucht. Die Experten empfahlen, ein Fracking nicht in Wasserschutzgebvieten I und II durchzuführen. Zu Bohrstellen, die am Rande von Wasserschutzgebieten liegen, wie die in Nöpke, konnten sie sich nicht äußern.

Hinzu kämen gravierende negative Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft, ein stärkeres Verkehrsaufkommen und massive Eingriffe in Natur und Landschaft.

Das Bergrecht muss endlich abgeschafft werden, weil vor einer Genehmigung

der Bohrung eine Umweltverträglichkeistprüfung nicht vorgesehen ist.

Damit bestätige sich, dass mit der flächenhaften, unkonventionellen Erdgasförderung eine erhebliche Raumbelastung verbunden sei, teilt die Grünen-Politikerin Lamla mit.

"Die neue Qualität der Probleme erfordert die Ausweitung der Raumplanung auf Projekte unter Tage."

ExxonMobil reagierte auf die Ergebnisse der Experten mit der Mitteilung, dass sie eine Prioritätenliste erstellen und prüfen werde, an welchen Bohrstellen wann gearbeitet werde.

Protest der NeustädterInnen
Protest der NeustädterInnen

In der Nähe von Hannover, am Steinhuder Meer, planen GDF Suez und ExxonMobil die Förderung unkonventioneller Gasvorkommen im Schiefergestein. Hydraulic “Fracking” Fracturing wird dabei nicht ausgeschlossen. Die erste Bohrung Nöpke 2 liegt im Mühlenfelder Land zwischen den Gemeinden Nöpke, Dudensen und Neustadt am Rübenberge.

Die IG gründete sich im September 2011. Durchgeführt wurden bereits Informationsveranstaltungen und Gespräche mit Umweltverbänden, Politik und den Wasserversorgern. Von diesen erfahren sie eine breite Unterstützung. Gemeinsam mit den Initiativen zur Verhinderung der unkonventionellen Gasförderung in Deutschland werden sie die weltweit umstrittene, teils verbotene Förderung unkonventioneller Lagerstätten verhindern.

 

Kontakt: info@neustadt-am-ruebenberge.gegen-gasbohren.de

Facebook: www.facebook.com/GegenFracking

Was unter Fracking zu verstehen ist ...

... wie es funktioniert und was es für bittere Konsequenzen nach sich ziehen kann, sei im Folgenden ausführlicher beschrieben.

Die folgenden, größtenteils plagiatierten Texte lassen mitunter erkennen, dass hierzulande das Fracking-Verfahren noch recht unbekannt ist.

Was geht uns Fracking an?

Zum einen ist die grundsätzliche Klärung allgemeinhin von Bedeutung; zum anderen könnte es uns in Bälde im Neustädter Raum beschäftigen, wo sich

zahlreiche Trinkwasserbrunnen befinden, aber auch unkonventionelle Gasvorkommen, deren Förderung für eine bestimmte Klientel von großer Bedeutung sind. (Siehe dazu auch den Text der IG Neustadt gegen Fracking)

Nur – so viel sei noch gesagt – kompetente Skepsis gibt es zu Haufe, Positives nur eines, nämlich eine äußerst profitable Ausbeute im fossilen Energiebereich.

Die IG Neustadt am Rübenberge gegen Fracking

Info-Flyer zur Gasförderung bei Neustadt am Rübenberge / Steinhuder Meer (PDF)
neustadtFlyer-2.pdf
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“Kein Fracking vor unserer Haustür!” – Neustädter gegen das umstrittene Gas-Förderverfahren
111120-DirkText.pdf
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Vorab noch in Kürze:

Auch das Umweltbundesamt hat dazu vor kurzem (Dezember 2011) eine Stellungnahme ausgegeben.

Grüne und Linke im Niedersächsischen Landtag fordern eine Revision des Bergbaurechts und unterirdische Raumfeststellungsverfahren.

In der Lüneburger Heide, in Visselhövede (Landkreis Rotenburg) wurde mit größter Wahrscheinlichkeit durch Fracking am 13.02.2012 ein Erdbeben der Stärke 2,9 ausgelöst.

Stellungnahme des Bundesamtes für Umwelt
Das offizielle Dokument des UBA aus Dezember 2011
stellungnahme_fracking_UBA_12-2011.pdf
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Fracking – Gefahren durch Gasbohren !!

Das Problem: Die Jagd nach den letzten fossilen Rohstoffen kennt kaum Grenzen und geht oft über den Schutz von Mensch und Natur hinweg.

Das Ziel: Der New Yorker Senat will bis auf Weiteres Fracking verbieten. Das gleiche muss auch für Deutschland gelten.

Hintergrundinformationen

Sind Sie schon „aufgebrochen“? Sie sollten. Das Hydrofracturing – kurz auch Fracking genannt – bedeutet, eine Flüssigkeit unter sehr hohem Druck in eine Quelle – Öl, Wasser oder Erdgas – zu pumpen. Fracking wird das Wesen der Energieproduktion dramatisch verändern. Ihre Energieinvestments werden dies zeigen. Paradebeispiel Erdgas. In der Hauptsache wird Fracking für die Gewinnung von Erdgas eingesetzt.

Durch das Einlassen der Flüssigkeit entstehen winzige Risse im Tiefengestein (hierbei handelt es sich üblicherweise um Schiefer). Die Risse ermöglichen es dem Gas (oder jedem anderen Element, das gefördert werden soll) , an die Oberfläche zu gelangen. Fracking wird schon seit Jahrzehnten entwickelt, hat aber gerade in den vergangenen zwei Jahren enorme Fortschritte gemacht. Dieser Prozess sorgt dafür, dass Erdgas für lange Zeit günstig ist und vor allem bleibt. Es könnte sogar sein, dass sich der Preis dadurch um annähernd die Hälfte reduziert! Fracking bedeutet aber auch immense Verschiebungen konkurrierender Energiequellen hin zu Gas – prima für die Firmen, die diese Technologie anwenden, und für solche, die sie mit Dienstleistungen versorgen. Die Verlierer hierbei sind ganz klar die weniger sauberen Energiequellen wie beispielsweise Kohle oder alternative Energiequellen wie Windkraft oder Sonnenenergie, die noch immer sehr kostenintensiv sind. Große Chancen in Europa. Die Gewinnung von Erdgas mittels Fracking ist mehr als ergiebig. In Europa hat dieses Verfahren bislang aber noch keine bessere Versorgung bewirkt. Trotzdem kann das Potenzial gleichermaßen überall als riesig angesehen werden. Viele führende Energieversorger investieren jetzt in die Erforschung der Förderung von Erdgas aus Schiefergestein in Mitteleuropa. In den Vereinigten Staaten eröffnet Fracking für die Bohrunternehmen gigantische, längst bekannte Gebiete, in denen Bohrungen vorher jedoch aus finanziellen Gesichtspunkten völlig indiskutabel waren. Unter der amerikanischen Oberfläche befindet sich so viel Energie, dass sie gewiss noch für die nächsten Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte ausreicht. Was bedeutet das für die Energieunabhängigkeit? Das ist selbst für Laien leicht zu ermessen.

Brennendes Wasser

(greenpeace magazin 6.10; Text: Philipp Jarke)

Es ist ein milliardenschweres und schmutziges Geschäft: In den USA fördern Energiekonzerne Gas aus Schiefergestein. Jetzt soll auch in Deutschland gebohrt werden.

„Dieses Wasser nicht trinken!“ steht auf einem Zettel über dem Spülbecken in Mike Markhams Küche in Fort Lupton im US-Bundesstaat Colorado. Markham dreht

den Hahn auf, hält die Flamme seines Feuerzeugs an den Strahl und geht in Deckung – Fumm! Über der Spüle lodert ein Feuerball. Das Wasser enthält Methan. Seit in der Nachbarschaft Erdgas aus tiefliegenden Schieferschichten gefördert wird, herrscht in seiner Küche Explosionsgefahr.

Die Szene stammt aus dem Dokumentarfilm „Gasland“ von Josh Fox, der quer durch die USA gereist ist, um die Schattenseiten des jüngsten Rohstoffrausches auszuleuchten: In 34 Bundestaaten wird sogenanntes Schiefergas gefördert, mittlerweile hat es einen Anteil von knapp zehn Prozent an der gesamten US-Erdgasförderung, bis 2020 soll sich der Anteil verdoppeln. Doch immer wieder kommt es bei den Bohrungen zur Verseuchung von Grund- und Trinkwasser mit Chemikalien, Schwermetallen – und Methan. US-Medien zufolge gehen die Fälle in die Tausende.

Anders als gewöhnliches Erdgas sammelt sich Schiefergas, das hauptsächlich aus Methan besteht, nicht in großen

Blasen, die sich leicht anzapfen lassen. Das Methan sitzt in winzigen Gesteinsporen fest und kann diesen nur mit Gewalt entzogen werden. Dafür werden große Mengen Wasser, Sand und Chemikalien mit enormem Druck in die Tiefe gepresst.

„Hydraulic Fracturing“ nennen Fachleute die neue Methode, bei der Schiefer zertrümmert und Methan freigesetzt wird. Die Sandkörnchen und Chemikalien halten die Risse offen, damit das Gas zum Bohrloch und schließlich an die Erdoberfläche wandern kann.

Die Millionen Liter des Gemischs aus Wasser und Chemikalien bleiben zum Teil unter der Erde, 15 bis 80 Prozent quellen nach der Bohrung zurück an die Oberfläche. Das Abwasser ist Sondermüll: Es enthält Toluol, Benzol und Xylol. Werner Zittel, Schiefergasexperte der Berliner „Energy

Watch Group“, warnt: „Diese Chemikalien sind giftig und krebserregend.“

Dass sie ins Grundwasser gelangen, ist unumstritten. Unklar ist nur, auf welchen Wegen das geschieht. Die Energiekonzerne behaupten, die Schieferschichten lägen hunderte Meter unter dem Grundwasser, eine Verschmutzung sei ausgeschlossen. Doch Behörden und Politik haben bereits reagiert: Der US-Bundesstaat New York hat neue Bohrungen nach Schiefergas untersagt und das Repräsentantenhaus eine Untersuchungskommission eingerichtet, um die Umweltrisiken eindeutig zu klären. Auch die US-Umweltbehörde EPA arbeitet an einer umfassenden Studie zur Gefährdung von Luft, Wasser und Boden. Die Ergebnisse sollen aber erst 2012 vorliegen.

Das hält die Unternehmen nicht davon ab, nach weiteren Schiefergasvorkommen zu suchen. Mittlerweile haben sie auch in Europa Erkundungskonzessionen erhalten, unter anderem in Polen, Schweden und Großbritannien. Am weitesten ist offenbar Exxon Mobil: Der US-Konzern hat Konzessionen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Von zehn geplanten Probebohrungen sind nach Angaben des Niedersächsischen Landesamtes für Bergbau

fünf bereits erfolgt. Wie Exxon die Sicherheit des Grundwassers gewährleisten will, wollte das Unternehmen auf Anfrage des

Greenpeace Magazins nicht erläutern. Ein schon zugesagtes Interview wurde kurzfristig wieder abgesagt.

Die Wasserversorger beobachten die Entwicklung mit Sorge. „Wir müssen unsere Ressourcen schützen“, sagt Reinhard Niemeyer, Geschäftsführer des Wasser-verbands Garbsen/Neustadt am Rübenberge, in dessen Gebiet Exxon eine Bohrung durchführen wird. „Es darf nicht sein, dass irgendwelche Fremdstoffe ins Grundwasser eingetragen werden.“ Sollte Exxon fündig werden, würde man als Träger öffentlicher Belange das Genehmigungsverfahren anfechten.

Ob Schiefergas in Deutschland tatsächlich gefördert werden darf, entscheiden die jeweiligen Bundesländer. Ihnen droht jedoch ein Interessenkonflikt: Im Falle eines negativen Votums würden ihnen hohe Förderabgaben entgehen – die Gaskonzerne müssen knapp ein Drittel der Erlöse abtreten. Bleibt zu hoffen, dass die Behörden ihrer Kontrollfunktion unbeirrt nachkommen, damit sich hierzulande nicht auch bald Trinkwasser in Brand

stecken lässt.

Einsatz für ein Moratorium

(Sottrum, 08.10.2011)

Noch wird an der Bohrstelle Z11 Bötersen nicht gefrackt. Und wenn es nach zahlreichen Bürgern, Initiativen und Politikern ginge, soll das auch so bleiben – zumindest so lange, bis die von Bundesumweltminister Norbert Röttgen und in Nordrhein-Westfalen auf den Weg gebrachten Studien vorliegen. Neben einem Moratorium fordern die Gegner dieses Verfahrens eine Änderung des Bergrechts, die den Kommunen und Bürgern mehr Mitspracherecht einräumt und Umweltverträglichkeitsprüfungen vorschreibt. So lautete der Tenor beim Besuch des CDU Bundestagsabgeordneten Reinhard Grindel im Sottrumer Rathaus.

Ärzte warnen vor Risiken durch Gasförderung und Hydraulic Fracturing

Fracking - Gefahren durch Gasbohren !! − 08.10.2011

Mehr als 250 Ärzte haben den Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, in einem offenen Brief darüber informiert, dass sie sich große Sorgen darüber machen, dass in der Studie des Staates über die Umweltauswirkungen von Hydraulic Fracturing bei der Gasförderung, die Risiken für die Gesundheit der Bevölkerung nicht berücksichtigt wurden.

“The SGEIS certainly mentions many of the toxic chemicals employed in hydraulic fracking,” said Adam Law, a physician specializing in endocrinology and a clinical assistant professor of medicine at Weill-Cornell Medical College. “But there is no attempt to evaluate the kinds of health consequences that have already been observed in affected communities in those states where hydraulic fracturing is taking place.”

Zwar würden viele der giftigen Chemikalien, die beim Hydraulic Fracturing eingesetzt werden, im Bericht erwähnt, aber es gäbe keinen Versuch, auch die Auswirkungen auf die Gesundheit zu untersuchen, die bereits jetzt in Gebieten zu beobachten sind, in denen Hydraulic Fracturing angewendet wird.

Die Ärzte fordern unter anderem, dass noch vor den Bohrungen der aktuelle Gesundheitszustand der Bevölkderung gemessen wird. Sie erwarten deutliche Verschlechterungen durch die geplanten 77.000 Bohrungen alleine im Staat New York, wenn das Moratorium fallen sollte. Nur mit Vergleichen über einen längeren Zeitraum, ließen sich die Auswirkungen von Fracking auf die Gesundheit auch wissenschaftlich belegen.

Eine ähnliche Studie sollte bereits in Garfield County, Colorado durchgeführt werden. Der Auftrag für die fast fertige Studie wurde noch vor Veröffentlichung im April 2011 gekündigt.

Die Wahrheit über Fracking

Fracking in Deutschland
Fracking in Deutschland

(plagiatiert vom Zentrum der Gesundheit) - Fracking

... bezeichnet eine aufwändige Technik, mit der nach unkonventionellen Gasvorkommen tief in der Erde gebohrt wird. In den USA wird seit 10 Jahren "gefrackt" – mit dem Ergebnis, dass Trinkwasserbrunnen in der Nähe der Bohrungen vergiftet und die Menschen dort krank sind.

Seit kurzer Zeit finden auch in Deutschland erste Probebohrungen mit der Fracking-Technik statt. Zuvor wurden weder Bürgervertreter noch Wasserbehörden informiert.

Eine Online-Petition besorgter Bürger fordert Transparenz beim Fracken und setzt sich für die Rechte von Mensch und Natur ein.

Fracking - Was ist das?

Steigende Gaspreise machen die Förderung unkonventioneller Gasvorkommen wie Kohleflözgas oder Schiefergas immer rentabler. Im Vergleich zu Erdgas, das leicht aus sog. Erdgasfallen geborgen werden kann, ist Schiefergas im Gestein gespeichert und kann nur mit Hilfe anspruchsvoller Technologien - der Tiefbohrtechnik namens Fracking (oder auch "Hydraulic Fracturing" genannt) gewonnen werden.

Dabei wird eine Mischung aus Wasser, Sand und verschiedenen Chemikalien mit hohem Druck ins bis zu 1.500 Meter tiefe Bohrloch gepresst. Im Gestein entstehen jetzt Risse – ähnlich wie bei einer Sprengung oder einem Erdbeben – durch die man das Gas absaugen kann.

Besorgniserregend ist, dass durch eben diese völlig unkontrollierbaren Risse die im Gestein verbleibenden Chemikalien nach oben ins Grundwasser steigen und somit das Trinkwasser vieler Millionen Menschen vergiften können.

Fracking verspricht Milliardengewinne

In Europa sollen 50 Billionen Kubikmeter dieses im Stein gebundenen Gases tief in der Erde verborgen liegen, ein Großteil davon unter Deutschland. Multi-Konzerne wie Exxon, BNK Petroleum, Mingas und Wintershall sind dabei, ihre Fracking-Claims abzustecken, um möglichst bald die erhofften Milliardengewinne einzustreichen.

Mit Fracking – so sagen die Energieunternehmen – lasse sich die Wirtschaft ankurbeln. Auch Arbeitsplätze könnten durch Fracking geschaffen und grüne Energiequellen erschlossen werden. Angesichts von Tausenden Tonnen Chemikalien, die pro Fracking-Vorgang in die Erde gepumpt werden und – wie der amerikanische Fracking-Alltag zeigt – durchaus auch ins Grundwasser und die Umwelt gelangen können, ist die angebliche Umweltfreundlichkeit der neuen Energiequelle nicht nur zweifelhaft, sondern schlichtweg nicht vorhanden.

Fracking in Deutschland

In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind dennoch die ersten Fracking-Genehmigungen erteilt worden. Das Bergamt Niedersachsen beispielsweise genehmigte dem Energiegiganten Exxon bereits im Jahre 2008 erste Bohrungen nach Schiefergas. Da das Bergrecht die Information der Öffentlichkeit nicht vorsieht, wusste kaum jemand Bescheid. So erfuhren Wasserbehörden, Wasserwerke und Bürgervertreter erst aus der Presse, dass im Einzugsbereich der Wasserschutzzone per Fracking nach Gas gesucht wird.

Fracking - Ohne Chemikalien geht’s nicht

Die sog. Frac-Flüssigkeit (oder Fracking-Flüssigkeit) besteht zu 98 Prozent aus bis zu 20.000 Litern Wasser (pro Fracking-Vorgang), etwas Quarzsand und 0,2 Prozent Chemikalien. Letztere werden benötigt, um die Pumpwege freizuhalten. Ein gewisser Teil der Frac-Flüssigkeit bleibt immer im Boden

zurück. Die mengenmäßige Zusammensetzung der Bohrflüssigkeit ist bis dato ein Geheimnis der Öl- und Gasindustrie. Die Konzerne argumentieren laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Veröffentlichung der Inhaltsstoffe den Wettbewerb beeinträchtigen würde. Ein viel triftigerer Grund für die Geheimniskrämerei dürfte hingegen die öffentliche Skepsis gegenüber den betreffenden Chemikalien sein.

Tonnenweise Chemikalien bei jedem einzelnen Fracking-Vorgang

In Deutschland wurde in der Sendung Monitor eine Liste mit den beim Fracking eingesetzten teilweise hochtoxischen Chemikalien veröffentlicht. Die Frac-Flüssigkeit enthält demnach krebserregende, hormonverändernde und stark wassergefährdende Toxine, nämlich:

Tetramethylammoniumchlorid, Petroleumdestillate, Octylphenol und Biozide aus der Gruppe der Isothiazolinone.

Tetramethylammoniumchlorid ist laut dem entsprechenden Sicherheitsdatenblatt in die Wassergefährdungsklasse 1 eingestuft, gilt als schwach wassergefährdend, soll jedoch nicht ins Grundwasser, in Gewässer oder in die Kanalisation gelangen, auch nicht in kleinen Mengen. Dennoch kommen pro Fracking-Vorgang 19.000 Tonnen Tetramethylammoniumchlorid zum Einsatz.

Octylphenol ist ein toxischer, persistenter Stoff, der als Phenolharz zur Herstellung von Reifengummi, Druckfarben etc. verwendet wird und in der sog. Wasserrahmenrichtlinie als prioritär eingestuft wird. Das bedeutet, Octylphenol ist wassertoxisch und gehört in die Wassergefährdungsklasse 2. Derzeit macht man sich Gedanken über eine mögliche Umweltverschmutzung mit Octylphenol u. a. über den Reifenabrieb und schlägt Emissionsminderungsmaßnahmen vor, um den Stoff weitgehend aus unserer Umwelt fernzuhalten. Wenn nun demnächst pro Fracking-Vorgang 9,5 Tonnen dieses Stoffes eingesetzt werden, dürften sich die Verantwortlichen vor einem mengenmäßig ganz neuen Octylphenol-Problem wieder finden.

Biozide aus der Gruppe der Isothiazolinone gehören der höchstmöglichen Wassergefährdungsklasse an, nämlich 3 und sind somit stark wassergefährdend.

Isothiazolinone werden als Konservierungsstoffe in Reinigungsmitteln, Klebstoffen, Farben etc. eingesetzt, da sie Mikroorganismen (Bakterien, Pilze) töten. Beim Menschen führen sie häufig zu einer Kontaktallergie, weshalb sie inzwischen kaum mehr in Körperpflegeprodukten eingesetzt werden. Pro Fracking-Vorgang gelangen 680 Kilogramm dieser hoch wassergefährdenden Stoffe in die Umwelt.

Umweltbehörden: Von Fracking keine Ahnung

Das Gefahrenpotential des Frackings ist folglich unüberblickbar. Dazu kommt, dass sich in Deutschland bislang weder das Umweltbundesamt noch ein Umweltministerium mit den Fracking-Risiken beschäftigt hat.

Was sich aus der Kombination Wirtschaftsinteressen und Unwissenheit der Bevölkerung für Mensch und Umwelt entwickeln kann, zeigen uns die USA. Dort ist Fracking seit 10 Jahren Alltag.

Fracking in den USA

In mittlerweile insgesamt 34 Bundesstaaten werden 90 Prozent des amerikanischen Gases mit Fracking-Methoden gewonnen. Das Marcellus Shale, eine Gesteinsformation im Osten Nordamerikas, wo das Fracking an der Tagesordnung ist, soll so viel Gas verborgen sein, dass damit alle USamerikanischen Eigenheime und Elektrizitätswerke für einen Zeitraum von 20 Jahren versorgt werden könnten. Kein

Wunder, dass Amerika sich im "Erdgas-Rausch" befindet.

Und so schafft der Run auf das riesige Energie-Reservoir in der Tat Tausende Arbeitsplätze und belebt die Wirtschaft sogar in Bundesstaaten wie Wyoming, Texas und Louisiana (Business Week). In Pennsylvania sorgte Fracking allein im Jahre 2009 für Steuereinnahmen in Höhe von 389 Millionen Dollar und schuf im selben Jahr 44.000 neue Jobs.

Frankreich verbietet Fracking

Das französische Parlament beschloss am 30. Juni 2011, die umstrittene Erdgasförderung per Fracking ganz offiziell zu verbieten. Mit 176 zu 151 Stimmen wurde das neue Gesetz verabschiedet. Frankreich ist damit weltweit das erste Land mit Fracking-Verbot. Während die konservative Partei für das Gesetz gestimmt hatte, stammte die Mehrzahl der Gegenstimmen aus dem Lager der sozialistischen Opposition.

Ihrer Meinung nach gehe das Gesetz nicht weit genug und biete genügend Hintertürchen für andere ähnlich umweltschädliche Fördermethoden. So sei beispielsweise die Förderung von Schiefergasvorkommen nur per Fracking verboten, mit anderen Technologien dürften die äußerst schwierig aus dem Gestein herauslösbaren Gaslager durchaus gefördert werden. Daher hatten die Sozialisten einen Gesetzesentwurf favorisiert, der jegliche Schiefergasförderung untersagt hätte,

nicht nur das Fracking. Unternehmen, die bereits Fördergenehmigungen auf französischem Land innehaben, müssen bis Ende August 2011 der Regierung mitteilen, welche Fördermethoden sie anwenden. Falls es sich dabei um Fracking handeln sollte, oder auch wenn die Unternehmen der Aufforderung zur Erklärung nicht nachkommen sollten, verfällt ihre Genehmigung automatisch.

Petition gegen Fracking in Deutschland

Wie weit die Verstrickungen von Politik und Wirtschaft in Deutschland bereits gediehen sind, wissen wir nicht. Doch sollten wir nichts unversucht lassen, um uns dem umweltund gesundheitsgefährdenden Fracking mit aller Kraft entgegen zu stellen. Die Petition an den Petitionsauschuß des Landtags in Nordrhein-Westfalen/Niedersachsen ist hier zu finden. Zeichnen Sie mit!

Weitere Informationen finden Sie unter www.gegen-gasbohren.de

Auf einem Blick

AB 1. SEPTEMBER:

 

Jeden Freitag

10:00-12:00 Uhr

bis zur Bundestagswahl

 

(außer 8. September)

 

Unser Wahlkampfstand auf dem Wunstorfer Wochenmarkt

 

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Können wir uns Naturschutz noch leisten?

Diskussionsabend mit der Bundesvorsitzenden 

Simone Peter

Datum: 07.09.2017

Uhrzeit: 18:30 - 20:00 Uhr

Ort: Calenberger Bauernstübchen, Adolph-Brosang-Straße 17, 31515 Wunstorf

 

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18. Sept. - 20:00 Uhr

 

Zu Gast: Brigitte Nieße,

plan zwei,  Vorsitzende Fraktion B'90/Die Grünen Regionsversammlung Hannover 

 

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Willst Du wissen was wir machen? - Dann komm ins Immergrün...

Bundestagswahl 2017

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Voten für Landtagsabgeordnete: 

Die Grünen in der Region Hannover haben am Sonnabend, 6. Mai 2017, Regina Asendorf aus Laatzen sowie Maaret Westphely, Belit Onay und Thomas Schremmer aus Hannover ihr Votum für die Listenaufstellung der Grünen in Niedersachsen erteilt. 

 

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Recht auf Wasser – ein Menschenrecht!

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