Biologische Landwirtschaft?

Warum weg von der konventionellen und hin zur biologischen Landwirtschaft?

Landwirtschaft sollte im wahrsten Sinne des Wortes immer „biologisch” sein.

Die konventionelle Landwirtschaft, wir reden hier erst einmal nur von Gemüse- und Getreidebestellung, hat sich im Laufe von Jahrzehnten enorm verändert.

Auch hier, wie in der industriellen Welt , zählen Begriffe wie Ertragsreichtum, geringe Produktionskosten die Hauptrolle. Die Qualität der Güter, Geschmack und Nährwert, spielen dabei eine Nebenrolle. Die intensive Landwirtschaft ist angesagt, aber:

Eine intensive Landwirtschaft bringt große Risiken für Umwelt und Mensch mit sich.

Beispiele dafür sind erhöhte Nitratgehalte im Trinkwasser, der Artenrückgang bei Pflanzen und Tieren, die Belastung der Lebensmittel mit Schadstoffen und die zunehmende Bodenerosion.
Die biologische Landwirtschaft hingegen stellt mit ihrer naturnahen Produktionsweise dieser Entwicklung eine Alternative gegenüber.

Dabei wird unsere Natur geschont und wir erhalten besonders hochwertige Lebensmittel.

Was ist wichtig bei einer biologischen Landwirtschaft?

Nunmehr betrachten wir sowohl den Ackerbau wie die Viehzucht und benennen die besonderen Merkmale, auf die es ankommt:

Geschlossene Nährstoffkreisläufe

In der biologischen Landwirtschaft wird darauf Wert gelegt, dass Futtermittel und Düngemittel aus dem eigenen Betrieb stammen und nicht zugekauft werden. Dadurch entsteht ein funktionierendes Kreislaufsystem, das sowohl ökonomisch wie ökologisch vorteilhaft ist.

Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit

Fruchtbare, das heißt lebendige Böden, sind in der biologischen Landwirtschaft die Basis für nachhaltig gute Erträge und für die Pflanzengesundheit. Das Bodenleben ist dabei von entscheidender Bedeutung und wird deshalb gezielt durch organische Düngemittel, schonende Bodenbearbeitung und Verzicht auf Pflanzenschutzmittel gefördert.

Schonung der natürlichen Ressourcen

Auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und leichtlösliche Dünger verzichtet die Bio-Landwirtschaft. Dies spart viel Energie und schont Wasser, Luft und Boden. Auch die Bodenerosion ist bei biologisch bewirtschafteten Böden deutlich geringer. Und nicht zuletzt trägt die biologische Landwirtschaft, aufgrund des geringeren Energie- und CO2-Verbrauchs, nachhaltig zum Klimaschutz bei.

Flächengebundene Tierhaltung

Flächengebundene Tierhaltung bedeutet, dass im Sinne der Kreislaufwirtschaft auf einem Betrieb nicht mehr Tiere gehalten werden, als durch die betriebseigenen Flächen ernährt werden können. Dadurch sollen Futtermitteltransporte und ein übermäßiger Anfall an Wirtschaftsdünger vermieden werden.

Artgerechte Tierhaltung

Die Achtung vor dem Leben prägt den Umgang mit den Tieren auf dem Bio-Hof. Die Haltungssysteme sind den Bedürfnissen der Tiere angepasst. Die Tiere können sich daher ausreichend bewegen und erhalten regelmäßigen Auslauf. Gemeinsam mit einer artgerechten Fütterung wird so auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere geachtet.

Ausnützung natürlicher Regelmechanismen

Eine hohe Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren stabilisiert das Ökosystem und fördert die natürlichen Regelmechanismen, die ein Überhandnehmen von Schädlingen verhindern. In der biologischen Landwirtschaft wird deshalb die Artenvielfalt durch verschiedene Maßnahmen wie z.B. vielfältige Fruchtfolge, Verzicht auf Pestizide, schonende Bodenbearbeitung, Anlage von Hecken etc. gefördert.

Erzeugung von hochwertigen Lebensmitteln

  • Gesunder Boden
  • gesunde Pflanzen und Tiere
  • gesunder Mensch.

Bio-Produkte haben sowohl in ernährungsphysiologischer Sicht als auch im Hinblick auf Schadstofffreiheit die Nase vorn.

Selbstportrait eines Biogemüsebauern aus Wunstorf

Biologischen Landbau in Wunstorf finden Sie im Ortsteil Blumenau bei Rudolf Speckhan und Susanne Scholz-Speckhan.

Der gesamte Betrieb wird seit 1989 nach den „Bioland-Richtlinien” geführt.

Nach meinem Gartenbaustudium war es mir wichtig Gemüse zu produzieren, dass unbelastet von chemischen Schadstoffen ist. Ich bin dem Bioland Anbauverband beigetreten, weil mich diese Wirtschaftsweise ohne Spritzmittel überzeugt.

In den letzten 20 Jahren stelle ich mit Freude fest, dass sich auf unseren Feldern die Natur gut entwickelt. Wir finden wieder mehr Rebhühner, Insekten, Vögel (Feldlerche) und Wildpflanzen. Im Übergang von der Lösslandschft in die Geest ist der Boden in seiner Art sehr unterschiedlich. Auf manchen Flächen haben wir sehr leichte Böden, die für Kartoffeln oder auch für Salat besonders gut geeignet sind; andere Felder zeichnen sich durch fette Böden aus, auf denen Kohl, Kürbis, Zucchini und Zuckermais angebaut werden.

Heute arbeiten wir auf 44 ha Ackerfläche. Der Betrieb beschäftigt 25 Mitarbeiter (10 Festangestellte, 4 Aushilfen und 11 Saisonarbeiter). Auf den Feldern wachsen auf 32 ha Gemüse, davon ca. 6 ha Zucchini im Vertragsanbau für einen namhaften Babykosthersteller, 3 ha Kartoffeln und 9 ha machen Pause und warten bei einer Gründüngung auf das nächste Jahr.

In unseren Gewächshäusern bauen wir leckere Tomaten und Gurken für den Hofladen an. Im Winter ernten wir in den Häusern den Feldsalat und Postelein.

Wie grüne Agrarpolitik in Niedersachsen aussehen könnte

Dazu ein Entwurf von Wolf v. Nordheim aus Oktober 2011

Grüne Agrarpolitik für Niedersachsen.:

Nachhaltig, ökologisch, sozial

In grundsätzlicher Orientierung am Bundes-Waldgesetz proklamieren wir die Unverzichtbarkeit bäuerlicher Landwirtschaft für die Gesamtgesellschaft zur nachhaltigen Erfüllung der ...

  • Nutzfunktion (Nahrungsbereitstellung, Energielieferung…)
  • Schutzfunktion (Trinkwasser, Bodengesundheit, Artenvielfalt, ökolog. Kreisläufe….)
  • Erholungsfunktion (Wander-, Rad, Reit-, Paddel-etc., Naturerlebnis-Tourismus… ländlicher Räume.

(Die Begriffe stammen aus dem Waldgesetz als ältester rechtlich-politischer Nachhaltigkeitsregelung)

Vertragspartner der Gesellschaft zur Erfüllung der lebens- und sachgerechten Ausgestaltung aller drei Funktionen sind die Landwirtsfamilien und ihre Mitarbeiter. Ihnen steht ein ihrem Arbeitseinsatz im gesamtgesellschaftlichen Vergleich angemessenes Einkommen zu.

Zum Ausgleich international unterschiedlicher ökologischer und sozialer Standards für die nationalen Landwirtschaften werden die in der nds. Landwirtschaft Arbeitenden durch vertraglich langfristig gesicherte Direktzahlungen unterstützt.

Berechnungsgrundlage dieser Direktzahlungen wird zukünftig die für die Gesamtgesellschaft geleistete Arbeit, nicht die Flächenausstattung eines lwsch. Betriebes sein.

Jede der unten skizzierten, der Nachhaltigkeit bzw. Artgerechtigkeit dienenden Maßnahmen, die betriebswirtschaftlich nicht finanzneutral auszuführen ist, rechtfertigt Kompensationszahlungen der Gesellschaft. Oberstes Gebot für jede ordnungsgemäße Landbewirtschaftung ist die Nachhaltigkeit.

Dass Pflanzen und Tiere kein Material, sondern Lebewesen sind, muss auch im nutzenden und verbrauchenden Umgang mit ihnen die rechtlichen und förderungstechnischen Maßstäbe bestimmen.

Über einzelbetriebliche Ziele hinaus ist die Erhaltung und Stabilisierung der Naturhaushalte Aufgabe jedes land- und forstwirtschaftlichen Betriebes.

  • Geschlossene Stoffkreisläufe sind mit justiziablen Fristsetzungen anzustreben auf Betriebs-, Samtgemeinde-, Landkreis-, Regions-, Kammerbezirks-, und Landesebene
  • Einträge von Nährstoffüberschüssen, Pflanzenschutzmitteln etc. in Grundwasser und Oberflächengewässer sind auch außerhalb von Wasserschutzgebieten zu minimieren
  • Emission von klimaproblematischen Gasen ist durch geeignete Maßnahmen in jedem lwsch.Betrieb zu minimieren (z.B. durch verstärkten Leguminosen-Einsatz in der Fruchtfolge)
  • Gentechnisch veränderte Organismen werden in Ackerbau und Viehzucht nicht eingesetzt
  • Ein durch das Land garantiertes Marketing-Label „Gentechnikfrei aus Niedersachsen“ wird eingeführt
  • In jedem Landkreis (Region) werden in-situ-Erhaltungszuchten von „alten“ Kulturpflanzen und Nutztierarten durchgeführt
  • Bestandsobergrenzen in der Viehhaltung orientieren sich rigoros an den Erfordernissen des Tierschutzes und der Artgerechtigkeit der Haltung. Jeder viehhaltende Betrieb hat sein Stoffkreislauf-Management zu dokumentieren.
  • Maßnahmen der artgerechten Tierhaltung werden gefördert. - Anpassungszüchtungen an Großbestands- u. Kleinraumhaltungsformen sind genehmigungspflichtig.
  • Einheimisches Futter hat Vorrang vor Importfutter ( z.B. Leguminosen vor Soja)
  • Erhaltung der Artenvielfalt in Feld und Flur ist Aufgabe jedes landwirtschaftlichen Betriebes, ebenso die Erhaltung des regionaltypischen Landschaftsbildes (Feldgehölze etc.)
  • Die Effizienz der landwirtschaftlichen Bewässerungspraxis wird gesteigert mit dem Ziel der Verringerung der (Grund- und Oberflächen-) Wasserentnahme
  • In Ackerbau, Viehzucht, Gartenbau und Forstwirtschaft werden regional exemplarische Versuche einer sich an den Klimawandel anpassenden Bewirtschaftung durchgeführt. Dafür ist die Forschung der Landwirtschaftskammern entsprechend auszurichten.

Gentechnikfrei ist für uns selbstverständlich

Dass es ganze Landkreise schaffen können ...

zeigen uns obige Beispiele!

Unser nächstes

OV-Treffen:

Do., 27. Juli 2017

19:30 Uhr

Wie immer im Immergrün

Willst Du wissen was wir machen? - Dann komm ins Immergrün...

Bundestagswahl 2017

24. September 2017

Landtagswahl 2018

14. Januar 2018

Voten für Landtagsabgeordnete: 

Die Grünen in der Region Hannover haben am Sonnabend, 6. Mai 2017, Regina Asendorf aus Laatzen sowie Maaret Westphely, Belit Onay und Thomas Schremmer aus Hannover ihr Votum für die Listenaufstellung der Grünen in Niedersachsen erteilt. 

 

 ...mehr

Recht auf Wasser – ein Menschenrecht!

DAS MUSS ES AUCH BLEIBEN!

FUKUSHIMA MAHNT!

AGRARWENDE MUSS KOMMEN!

GEGEN WAFFENEXPORT
Campact-Kampagne: GEGEN WAFFENEXPORT
GEGEN DAS FRACKING
Campact-Kampagne: GEGEN FRACKING